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Einsatzbericht: Wolf, Weidetiere und ein offenes Geheimnis
Raum Cuxhaven – Oktober 2025
Ein Wolf, viele tote Weidetiere – und eine Abschussgenehmigung.
Als uns am Freitag, den 17. Oktober, ein dringender Hilferuf aus der Region erreichte, reagierte die Taskforce umgehend. Bereits am frühen Morgen des 18. Oktober, um 02:00 Uhr, machte sich unser Team auf den Weg nach Cuxhaven.
Das Wetter war traumhaft: milde Temperaturen, kein Wind, Sonne pur. Perfekte Bedingungen für unseren mehrtägigen Einsatz – mit mehreren Mitgliedern, Fahrzeugen und einem Auto voller Equipment.
Getarnt als Wildlifefotografen suchten wir das Gespräch mit Spaziergängern, Bauern, Radfahrern und Anwohnern. Die Aussagen waren eindeutig: Herdenschutz? Fehlanzeige.
Viele sagten zudem: „Herdenschutz bringt eh nichts.“
Eine Fähe unter Verdacht
Nach offiziellen Angaben soll eine Fähe für zahlreiche Risse verantwortlich sein – tote Rinder, verletzte Pferde und unzählige Schafe. Besonders betroffen: kleine Herden privater Halter.
Doch schon nach kurzer Zeit verdichteten sich Hinweise auf ein anderes, beunruhigendes Muster. Drei unabhängige Informanten aus der Region schilderten uns dasselbe „offene Geheimnis“:
Kranke, alte oder schwache Tiere – und Tiere, die nicht ins Konzept des Landwirts passen – werden bewusst auf die Weiden gestellt, während die restliche Herde in Sicherheit gebracht wird.
Der Wolf kommt, das Tier stirbt – und der Halter spart Kosten: Behandlung, Abdecker, Zeit. Am Ende gibt es sogar eine finanzielle Entschädigung.
Eine gewagte These, die wir zunächst nicht glauben wollten. Doch dann kam die Entdeckung, die uns aufhorchen ließ.
Eine leblose Kuh mitten im Wolfsgebiet
Am Rand einer Weide, mitten im Gebiet wiederkehrender Wolfsrisse und innerhalb der Zone, in der aktuell eine Abschussgenehmigung gilt, lag eine leblose Kuh.
Mehrfach passierten wir sie im Laufe des Tages – die Position blieb unverändert. Kein Abtransport, kein Eingreifen.
Dieses Bild wirft Fragen auf. Wird hier tatsächlich ein System betrieben, bei dem Tiere geopfert werden, um den Wolf als Sündenbock darzustellen?
Unser Fazit nach drei Tagen Einsatz
Wir besuchten zahlreiche Weiden, führten Gespräche, dokumentierten sorgfältig und sichteten Spuren.
Was bleibt, ist ein zwiespältiger Eindruck: Zwischen ehrlichen Tierhaltern, die um ihre Tiere kämpfen, und jenen, die den Wolf gezielt für wirtschaftliche Zwecke instrumentalisieren, verläuft eine gefährliche Grenze.
Die Diskussion um den Wolf ist emotional – doch Emotion darf niemals die Grundlage für Entscheidungen über Leben und Tod sein.
Wir bleiben dran. Für Transparenz. Für Gerechtigkeit. Für den Artenschutz.